Willkommen beim Marroni Toni

Kastanien waren im wirtschaftlich darbenden Tessin früherer Zeiten ein Grundnahrungsmittel. Die Kastanie war einst auch Hauptnahrungsmittel für die Bevölkerung des italienischsprachigen Bündnertals Bergell in der Schweiz. Die Bergeller Kastanienhaine sind einzigartig für die Schweiz und stehen unter Naturschutz. Seit einigen Jahren werden die Kastanienbäume dank Bundesförderung wieder intensiver bewirtschaftet und gepflegt. Die Ausbreitung des gefährlichen Kastanienrindenkrebses konnte mit krebsresistenten Neupflanzungen vorerst gestoppt werden. Jetzt besteht die Hoffnung, die Haine für die zukünftigen Generationen und das Tal erhalten zu können.
Viehtrieb Früher galt die Kastanie als "Kartoffel" oder auch  "Brot der Armen". Da sie sehr stärkehaltig ist  wurde sie gemahlen und zu Brot verarbeitet. Damit  hatte man allerdings keineswegs ein  minderwertiges Nahrungsmittel, denn die Kastanie  enthält Eisen, Phosphor, Kalium, Vitamin C und  Betacarotin. Die Kastanien bestehen vor allem aus  Stärke, aber auch Eiweiss und öl sind darin  enthalten. 100 g haben etwa 210 Kalorien und  sind  daher nicht unbedingt kalorienarm.
 Die Edelkastanie wird in der internationalen Küche  auch  Marone genannt. Diese stacheligen Früchte  kann man im herbstlichen Wald sammeln.(© Ernesto Pauli)
Es gibt in der Schweiz ca. 100 Sorten Kastanien. Anhand der Jahrringe sieht man wie alt die Baumriesen werden können. Uebrigens... die Rosskastanie ist nicht mit der Edelkastanie verwandt! Bei der Rosskastanie sind die Kugeln die Samen und für Menschen ungeniessbar. Die Früchte dienen insbesondere Wildschweinen und Rotwild als Nahrung. Bei der Edelkastanie oder Marone sind die braunen Kugeln die Früchte - und deshalb auch für uns essbar.
Die Rosskastanie (botanisch Aesculus) ist eine Gattung der Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae). Ein bis 30 m hoher Baum mit 5 bis 7fach geteilten, grossen Blättern. Charakteristisch im Frühjahr sind die grossen, klebrigen Knospen. Weisse Blüten in aufrechtstehenden Rispen. Blütezeit ist zwischen April und Mai. Es gibt Bäume, die über 2000 Jahre alt sind. In vielen Parks und Gartenwirtschaften sind sie nicht mehr wegzudenken. Sie tragen im Herbst grüne, mehr oder weniger bestachelte Kapselfrüchte. Die Samen der Rosskastanie enthalten zwischen 3% und 8% eines giftigen Saponingemisches, das als Aescin bezeichnet wird. In den unreifen Früchten ist der Saponingehalt noch etwas höher.
Die Rosskastanie ist zwar ungeniessbar, hat aber ihre Inhaltsstoffe in den Dienst unserer Gesundheit gestellt: Gerade für Menschen, die mit Venenleiden zu kämpfen haben, ist sie ein Segen; sie wirkt durchblutungsfördernd, kräftigt die Venenwände, ist entzündungshemmend und gleichzeitig auch geweb-entwässernd. Zu Heilzwecken werden die braunen Samen und z.T. auch die Blüten verwendet. Die Samen müssen in besonderer Weise aufgearbeitet werden, um die durchblutungsfördernden Inhaltsstoffe zu gewinnen. Sie enthalten Aesculin, Rutin, Querecetin, Flavon, Triterpen-Saponin, Adenosin und Bitterstoffe. Mitte der 80er Jahre wurde in Mazedonien ein bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Kleinschmetterling, später als Miniermotte bezeichnet, entdeckt. Seine Larven leben in den Blättern der Kastanie und fressen sich genüsslich durch das Laub. Heute gilt der Larvenfrass als Hauptursache für vorzeitige Blattverfärbungen und Blattabfall bei der Kastanie.